9. November 2014

Heute vor drei Jahren haben wir Maditas Gartenplatz ausgesucht. An dem Tag versank die ganze Stadt in einem dichten Nebel, wie wir ihn noch nie zuvor erlebt hatten. Der Nebel hielt den ganzen Tag und hüllte uns wunderbar ein.
Seitdem freue ich mich über jeden Nebeltag, an dem Madita uns sanft umarmt.

Heute, drei Jahre später, haben wir den kleinen Garten mit Lebensbaumgrün zugedeckt.

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Und neblig war es auch … nicht so sehr wie damals, aber doch schon merklich. Vor drei Jahren waren diese beiden Häuser nur zu erahnen.

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Maditas dritter Geburtstag

In diesem Jahr konnten wir Maditas Geburtstag leider nicht so begehen, wie wir es gern getan hätten. Das Leben hatte andere Pläne mit uns und so werden wir die kleine Feier bald nachholen. In Maditas Garten waren wir natürlich trotzdem.

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Als kleines Geburtstagsgeschenk bekam sie ein neues Holzkreuz – das alte war schon sehr verwittert … IMG_4675

… und Blumen von lieben Freunden. IMG_4676

Es wäre der erste Geburtstag gewesen, den Madita wohl so richtig bewusst erlebt hätte – der vielleicht schon sehnlichst erwartet worden wäre …

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Am Abend waren wir – ohne die kleine Schwester natürlich – auf dem Reinhard-Mey-Konzert. Was für ein Zufall, dass es an genau diesem Tag stattfand! Als er das letzte Mal in unserer Stadt war, bangten wir in Leipzig um das Leben unserer Tochter. Eine Erinnerung daran gibt es trotzdem … (ganz unten Im Text)

An dieser Stelle wollten wir eigentlich ein Lied auf dem Konzert verlinken.
Leider ist es im Netz nicht hörbar (und im Original) zu finden, daher nur der Text:

Herbstgewitter über Dächern – Reinhard Mey

Gedenkfeier in Leipzig 2014

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Auch in diesem Jahr haben die Schwestern der Kinderintensivstation des Herzzentrums eine Gedenkfeier für die verstorbenen Herzkinder ausgerichtet. Es war wie immer wundervoll traurig-schön … wir waren inzwischen schon zum dritten Mal dort und konnten uns über einige bekannte Gesichter freuen. Grund zu Freude ist auch, dass von Jahr zu Jahr mehr kleine Kinder dort anzutreffen sind – viele Familien nehmen all ihren Mut zusammen und bekommen nach dem gestorbenen Kind noch ein oder mehrere Kinder. Und es ist so schön zu sehen, wie diese Kinder Wärme und Fröhlichkeit in die Familien bringen.
Natürlich kommen auch viele Kinder, deren jüngere Geschwister gestorben sind. Das find ich auch ganz wunderbar und natürlich bringen auch diese Kinder viel Sonnenschein in ihre Familien.
Wie schön, dass die Kinder auch an diesem Teil des Familienlebens teilnehmen dürfen (sofern sie möchten, natürlich).

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Wie in jedem Jahr haben wir nach der Feierstunde Luftballons mit unseren Wünschen für unsere gestorbenen Kinder in den Himmel fliegen lassen …

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Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahres war es diesmal ganz grau und trüb, nasskalt und ungemütlich. Aber auch das passt.

Zum Abschluss möchte ich Euch ein Stück von Hermann van Veen dalassen. Es wurde während der Feierstunde vorgespielt und hat mich sehr tief berührt – berührt mich immer noch. Es heißt “Lucas”.

Hermann van Veen – Lucas
(von youtube.com)

7. November 2011 :: 13.40 Uhr

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Du bist nicht tot,
Du wechselst nur die Räume,
Du lebst in uns und gehst durch unsere Träume.

(Michaelangelo)

 

 

 

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Zwei Jahre schon. Manchmal kommt es mir vor wie gestern. Und heute: Rückblicke.
Wie spät ist es? Um diese Uhrzeit sprach der Arzt mit uns … dann kam der Anruf aus der Klinik … dann wurde Madita reanimiert … da kamen wir auf die Station … da hielten wir sie im Arm …
Um 13:40 Uhr keine Worte.

Jetzt ist es 18:32 Uhr. Vor zwei Jahren saßen wir um diese Zeit noch oben auf der Station mit Madita im Zimmer. Etwa eine Stunde später sind wir gegangen und haben unser Baby, eingepuckt in ein weißes Tuch, zurückgelassen. Oder besser: ihren Körper.

Sie selbst war schon lange nicht mehr da.